Berichte 1.Männer

Ein Kampf der Giganten

MBSV Belzig - HSV Senftenberg 30:37 | Mai 2010, aus MAZ Fläming Echo

Mit einer Niederlage verabschiedete sich der Märkische BSV von der Verbandsliga-Saison 2009/2010. Die Bad Belziger unterlagen in der heimischen Albert-Baur-Halle dem Tabellenfünften HSV Senftenberg 30:37 und beendeten das Spieljahr auf Platz sieben. Aber nicht der Rückblick sondern die Zukunft stand bei dieser sehr umkämpften, aber für die Platzierung unwichtigen Begegnung im Mittelpunkt. Die Brüder Eric (weilte beim Rennsteiglauf) und Robert Deparade (privat verhindert) waren nicht dabei und werden dies auch im neuen Spieljahr nicht mehr sein. „Es ist schade, dass sie im besten Handball-Alter aufhören“, meinte dazu MBSV-Trainer Harry Kernke. Da außerdem Kreisläufer Thomas Lang wie schon länger verletzt ausfiel, lief der Gastgeber gegen eine körperlich überlegene und robust agierende Senftenberger Vertretung fast mit einem „Jugendteam“ auf. Das galt speziell für den Angriff, wo neben den Routiniers Matthias Paul (am 17. Mai 33), der sich mit Karsten Friedrich (33) abwechselte, und dem „halben Routinier“ Christopher Dümchen (25) nur Talente im Team befanden – Kevin Senst (17), Nico Pierzinski (19), Sebastian Winkler (19), Sascha Nötzel (20) sowie Maik Fricke (wird am 11.05. 21 Jahre). Vor drei Jahren kam Letztgenannter zu seinen ersten Einsätzen in der ersten Männermannschaft und ist jetzt bereits derjenige, der im Rückraum Regie führt. Auch Tore erzielt er und gehört so zu den Leistungsträgern. Es ist zu hoffen, dass die anderen junge Bad Belziger eine ähnlich gute Entwicklung nehmen. Die Voraussetzungen besitzen sie. Das zeigte die Partie gegen die Senftenberger. Da lag der MBSV in der ersten Halbzeit beim 6:5 erstmals in Führung und baute die zum 10:6 und 13:9 aus. In die Pause ging es mit einem 17:16. Nach dem Seitenwechsel blieb es bis zum 25:25 (45.) eng. Dann zogen die Gäste davon – 26:31, 28:34. Dabei hatte der HSV da schon zwei wichtige Spieler verloren. Linkshänder Wahnschaffe, der in der Abwehr den nur wenig kleineren Christopher Dümchen oft nur per Foul bremsen konnte, hatte wie ein Mitspieler drei Zwei-Minuten-Strafen. Sie mussten mit der Roten Karte zusehen. „Wir spielten nur 45 Minuten gut“, meinte MBSV-Trainer Harry Kernke.
Es spielten: Nico Brätz, Lars Ehrhardt, Alexander Hrinwatzky im Tor – Karsten Friedrich 5, Sascha Nötzel 5, Maik Fricke 4, Matthias Paul 4, Christopher Dümchen 3, Nico Pierzinski 3, Kevin Senst 2, Sebastian Winkler 2, Andreas Korth 1 und André Seidel 1

Besseres Abschneiden möglich
Nach dem letzten Spiel dieser Verbandsligasaison sprach Klaus Nüsser mit MBSV-Trainer Harry Kernke.
MAZ: Wie schätzen sie das Spiel gegen den HSV Senftenberg ein?
Harry Kernke: Mit gemischten Gefühlen. Drei Viertel der Partie hielten wir gegen den robusten Gast sehr gut mit. Der Einbruch in den letzten 15 Minuten ist schwer zu begreifen. Die Kondition reichte nicht bei allen für die volle Spielzeit und so klappten die Kombinationen nicht mehr. Es gab viele Fehler und schwache Würfe. Außerdem war die Begegnung sehr hart, was die Schiris trotz der zwei Roten Karten für den HSV nicht energisch genug unterbanden. Die raue Gangart der Gäste gingen wir später mit. Dabei predige ich immer wieder, dass unsere Spieler sich diszipliniert gegenüber den Gegnern und den Schiris verhalten sollen.
Das ist auch eine Aufgabe in der neuen Saison. Wie schätzen Sie die abgelaufene ein.
Kernke: Wir starteten stark mit 10:4 Punkten. Dann kamen Verletzungen. Insgesamt bin ich nicht ganz zufrieden. Ein besseres Abschneiden war möglich. Einige Partien, die wir gut spielten, gingen unglücklich verloren. Schön ist, dass wir die Klasse hielten, ohne richtig im Abstiegskampf zu stecken. In der nächsten Saison wird es schwer, weil einige Spieler nicht mehr dabei sein werden.
Für sie war es die erste Saison als MBSV-Cheftrainer. Wie lautet ihr Fazit?
Kernke: Es war hart, machte aber Spaß. Ich hätte vielleicht noch ein Jahr warten sollen, da ich ja bis zur Amtsübernahme Spieler im Team war. So fehlte etwas die Distanz.


Ein Sieg, der wenig Freude bringt

LHC Cottbus II - MBSV Belzig 34:38 | April 2010, aus MAZ Fläming Echo

Erleichtert waren die Handballer des Märkischen BSV Belzig nach dem 38:34-„Auswärtssieg“ über den LHC Cottbus II. Schließlich ist damit der Verbandsliga-Klassenerhalt gesichert. Es ist durch die Umstrukturierung der Ligen zwar noch unbekannt, wieviele Teams absteigen. Aber nun liegen genügend Mannschaften hinter den Bad Belzigern, die so nicht mehr gefährdet sind. Allerdings verdanken die Schützlinge von Harry Kernke dieses positive Ende der durch viele langwierige Verletzungen geprägten schweren Saison in diesem Vergleich nicht dem eigenen Können. Dazu war es eine in jeder Hinsicht zu ungewöhnliche Begegnung. Sie galt als Heimspiel des LHC Cottbus II, obwohl die Partie in der Albert-Baur-Halle stattfand. Die Lausitzer waren in der Hinrunde nicht angereist und mussten deshalb in der Rückrunde in Bad Belzig antreten. „Die weite Anfahrt wollten aber nicht alle antreten “, meinte Teammanager Gerald Haschik, der sehr temperamentvoll seine Schützlinge anfeuerte und sogar eine Zwei-Minuten-Strafe kassierte. Da weitere Teammitglieder ausfielen, hatte er nur sechs Feldspieler plus Torwart zu Verfügung. So war der voll besetzte MBSV gegen den schlechter platzierten Kontrahenten Favorit. Dies bestätigte er bis zum 15:7, welches Christopher Dümchen nach exakt 21:21 Minuten erzielte. Die Sache ist gelaufen. Das dachten nicht nur die für Bad Belziger Verhältnisse wenigen Zuschauer, was an der kurzfristigen Ansetzung in der Baur-Halle lag, sondern auch die Spieler. Ihnen fehlte nun die Konzentration. Das baute die Gäste auf, die zum 15:15-Pausenstand kamen und dann sogar auf 18:15 davon zogen. Sie schafften also eine Serie von 11:0-Toren! Als der MBSV durch Sascha Nötzel – mit zehn Treffern erfolgreichste des Teams – 21:20 vorn lag, dachten wieder alle, das war’s. Aber Pustekuchen. Kurz danach hieß es 21:24, 23:24 und 23:27 aus MBSV-Sicht. Nun der Knackpunkt der Partie. Der fast 50-jährige Fred Müller erhielt die dritte Zwei-Minuten-Strafe und damit die Rote Karte (45:39). Die ist im Handball nicht so schlimm wie im Fußball. Für den Sünder kann nach den 120 Sekunden ein neuer Spieler kommen. Aber die Cottbuser hatten ja keinen mehr. So wurde aus einem 24:28 das 38:34 für den MBSV.
Es spielten: Lars Ehrhardt, Alexander Burghardt (Hrinwatzky) im Tor – Sascha Nötzel 10, Christopher Dümchen 6, Robert Deparade 5, Karsten Friedrich 5, Maik Fricke 4, Matthias Paul 4 , Eric Deparade 2, Nico Pierzinski 1, Sebastian Winkler 1, Andreas Korth, André Seidel und Kevin Senst


Prima Comeback von Sascha Nötzel

MBSV Belzig - HSV Wildau 30:40 | April 2010, aus MAZ Fläming Echo

„Es ging ganz gut“, meinte Sascha Nötzel, der erstmals nach seinem Kreuzbandriss wieder im Verbandsliga-Team des Märkischen BSV stand. Obwohl er noch nicht über die volle Zeit mitwirkte, traf er sechsmal und war zweitbester Torschütze der Bad Belziger. Für seine Mannschaft trifft dieses Urteil über weite Strecken der Begegnung ebenfalls zu, obwohl sie mit 30:40 gegen den Tabellenführer HSV Wildau unterlag. Der trat hoch motiviert in der Albert-Baur-Halle an, denn bei normalem Saisonverlauf kann er Platz eins nur behaupten, wenn er die ausstehenden Begegnungen gewinnt, also auch in der Kur- und Kreisstadt. Und das war überhaupt nicht einfach. Die Einheimischen begannen – noch ohne Sascha Nötzel – sehr elanvoll und Gästetrainer Sven Brade tobte schon früh an der Seitenlinie. Nach knapp 20 Minuten stand es 10:10. Der Gastgeber lag zwar nie in Führung. Aber die beste Abwehr der Staffel (22,3 Gegentore im Schnitt pro Spiel) hatte arge Mühe mit den körperlich klar unterlegenen Schützlingen von Harry Kernke. Erst in den letzten 150 Sekunden vor der Pause setzte sich der Favorit vom Tabellensechsten ab. Vom 14:15 ging es aus Bad Belziger Sicht zum 15:18. „Wir begannen nervös, hatten Respekt vor dem Kontrahenten“, erklärte Gäste-Torhüter Volker Klauder nach der Partie. Mit 43 Jahren ist er der erfahrenste in dieser Wildauer Mannschaft, in der weiterhin ein 33- und ein 30-Jähriger stehen und der Rest Anfang bis Mitte 20 ist. Klauder stand zu Beginn der zweiten Hälfte zwischen den Pfosten und zeigte gleich mehrere gute Paraden, hielt sogar einen Strafwurf von Robert Deparade, der bis dahin ein sicherer Siebenmeter-Schütze war. So lagen die Gäste nach drei Minuten der zweiten Hälfte 21:15 vorn und schafften damit die Vorentscheidung. „Für uns war mehr drin“, erklärte der MBSV-Verantwortliche Harry Kernke. „Die Niederlage mit zehn Toren Unterschied ist zu hoch. Wir hielten lange mit einer guten Leistung mit.“ Aber dem nicht so gelungenen Start in die Halbzeit zwei folgten Fehler in der Schlussphase, die der Tabellenführer eiskalt nutzte. Reichlich zehn Minuten vor dem Abpfiff betrug der Rückstand der MBSV-Handballer fünf Treffer (25:30). Die abschließenden zehn Minuten verloren die Gastgeber also 5:10. Trotzdem können die Bad Belziger stolz auf ihre Leistung sein. 30 Tore gegen die Wildauer zeugen von einer guten Leistung. Wie sehr die Gäste sich anstrengen mussten, zeigt ihr großer Jubel. Schon ab der 40. Minute feierten die Spieler jeden erfolgreichen Torwurf und nach dem Abpfiff tanzten sie im Kreis, forderten ihre Fans zur Raupe auf und machten mit ihnen die Welle.
Das nächste Heimspiel hat der MBSV am kommenden Samstag, 24.04.2010 um 16 Uhr gegen den LHC Cottbus II, eigentlich ein Auswärtsspiel, wurde aber aufgrund der Absage im Hinspiel gedreht.
Es spielten: Nico Brätz, Lars Ehrhardt – Robert Deparade 7, Christopher Dümchen 6, Sascha Nötzel 6, Matthias Paul 4 , Maik Fricke 3, Eric Deparade 1, Karsten Friedrich 1, Nico Pierzinski 1, Sebastian Winkler 1, Andreas Korth und André Seidel, Kevin Senst


23 Zwei-Minuten-Strafen in einer Begegnung

SC Trebbin - MBSV Belzig 33:31 | April 2010, aus MAZ Fläming Echo

Mit dem Bericht über die 31:33-Niederlage des Märkischen BSV beim VfB Trebbin in der Handball-Verbandsliga Süd ließe sich problemlos die gesamte Zeitungsseite füllen. Das beginnt bereits mit der Vorgeschichte. Schon das Hinspiel erhitzte die Gemüter. Danach wurden zwei Spieler der Bad Belziger gesperrt. Die sind natürlich längst wieder dabei. Dafür fehlte in Trebbin neben den dauerverletzten Nötzel-Brüdern auch noch kurzfristig Stammspieler Thomas Lang. „Ein enormer Verlust“, so MBSV-Trainer Harry Kernke. „Aber er hat eine schwere Grippe. Trotzdem zeigten wir eine gute erste Halbzeit, in der wir immer vorn lagen.“ Die Bad Belziger führten 4:1, 13:9 und zur Pause 18: 15. „Da gelangen uns gute Kombinationen und unsere taktische Maßnahme, den Trebbiner Mittelspieler in Manndeckung zu nehmen, zeigte Wirkung. Andreas Korth bewältigte diese Aufgabe prima.“ Aus drei Gründen änderte sich fast alles in der zweiten Halbzeit. Zum einen stemmte sich der in der Tabelle besser platzierte Gastgeber energisch gegen die drohende Niederlage, zum anderen waren die im höheren Lebensalter stehenden Schiedsrichter mit dieser schnellen, kampfbetonten Begegnung überfordert. „Sie sprachen neun Zeitstrafen gegen die Trebbiner und 14 gegen uns aus“, so Harry Kernke. „Das ist absoluter Rekord. Der Trebbiner Trainer und ich waren uns einig, dass die Unparteiischen schwach amtierten, Sie benachteiligten uns in Hälfte zwei, nachdem sie uns vor der Pause noch gewogen waren.“ Bedenklicher ist aber der dritte Punkt. Durch die langen Phasen in Unterzahl – einmal zehn Minuten am Stück – wurde die Kondition besonders angegriffen. Bis zum 26:26 nach rund 45 Minuten hielten die Bad Belziger gegen. Dann waren sie mit ihrer Kraft am Ende. Dass die über 60 Minuten reicht, ist eigentlich Aufgabe des Trainers. Der ist aber machtlos, wenn – aus welchen Gründen auch immer – wie in der letzten Zeit nur sechs Spieler zum Training kommen. „Uns fehlen noch zwei Punkte zum Klassenerhalt, da bis zu vier Teams absteigen“, meinte Harry Kernke. Ob die aber gegen den neuen Spitzenreiter HSV Wildau am Sonnabend in der Baur-Halle zu holen sind, darf stark bezweifelt werden.

Bericht aus Trebbin:
Emotionsgeladene Begegnung
Es war eine Partie, die wohl noch nicht viele der knapp 200 Fans miterlebt hatten. Spannung, gar Dramatik und viele Emotionen prägten das Duell der Clauertstädter und des Tabellensechsten aus dem Fläming. Dabei begann das Verbandsligaspiel recht ruhig. Die Gäste überraschten mit einer vorgezogenen Deckung auf Benjamin Stollin, der den verhinderten Arne Pfaender auf der Spielmacherposition vertrat. Belzig setzte sich auf 7:4 ab (10.). Torsten Wagner hielt die Gastgeber im Spiel. Er erzielte fünf der ersten zehn Trebbiner Treffer (10:14/20.). Trotz dreier verworfener, beziehungsweise von den Unparteiischen als übertreten gewerteter Strafwürfe, hielten die Clauertstädter den Abstand konstant. Mit 15:18 ging ein sehr aufgedrehtes Spiel in die Pause. Auch die zweite Halbzeit begann emotionsgeladen. Beide Mannschaften diskutierten heftig mit den Schiedsrichtern, immer aggressiver gingen die Abwehrreihen zu Werke. Der allzu torgefährliche Rückraumlinke Matthias Paul vom MBSV wurde nun aus dem Spiel genommen, damit sich dem Belziger Kreisläufer Christopher Dümchen (zehn Tore) nicht allzu große Lücken auftaten, mit Erfolg. In der 56. Minute zeigte die Anzeigetafel im Trebbiner Sportkomplex 33:27. Das Spiel schien gelaufen. Doch die Clauertstädter machten es sich selbst noch einmal schwer, „wir waren nicht clever zum Schluss“, sagt Dirk Griebsch. Die SC-Sieben dezimierte sich selbst. Nur drei Feldspieler standen noch auf dem Parkett. Bis auf 33:31 kamen die Gäste heran. Sie hatten sogar die große Chance zum Anschlusstreffer, weil SC-Torwart Keck den Angriff mitgelaufen war. Doch Martin Nowakowski blockte den Gegenangriff am Kreis. Es blieb beim 33:31-Sieg für den SC Trebbin. Nach dem Spiel überschatteten unschöne Aktionen das spannende Spiel. Es kam zur Rudelbildung. Die Trebbiner Ordner mussten den einen oder anderen Hitzkopf von einer Dummheit abhalten. „Unsere Deckung war in der zweiten Hälfte besser. Wir sind viele Konter gelaufen. Alles in allem ein verdienter Sieg. Nichtsdestotrotz ein großes Lob an den MBSV Belzig, der sich trotz zweier verletzter Stammspieler achtbar aus der Affäre gezogen hat“ resümierten Dirk und Grit Griebsch ein sehr emotionales Spiel mit glücklichem Ausgang für den SC.