Berichte

Belziger Blut-Wette verfehlt
MBSV und Borussia wollen ihr Versprechen trotzdem einlösen

 

Die zwei großen Sportvereine Belzigs, MBSV und Borussia, hatten zur Blutwette aufgerufen und 140 Spendewillige kamen am Sonnabend in die Albert-Baur-Halle. Das große Ziel von 200 Blutspendern wurde damit zwar deutlich verfehlt, dennoch wollen die Organisatoren ihren Einsatz einlösen. Das eingenommene Geld soll einer sozialen Einrichtung der Stadt zugute kommen.
Das Deutsche Rote Kreuz hält für solche Veranstaltungen eine Verpflegungspauschale bereit. Dafür werden Getränke, belegte Brötchen und Süßigkeiten gekauft. In Belzig organisierten das die Vereine selbst und können mit dem Geld nun einer soziale Einrichtung helfen. Christian Gericke war es, der Fleischer, Geschäfte und Getränkehändler ansprach und Lebensmittel organisierte.
„Das klappt natürlich am Besten bei Leuten, die ich selber kenne“, sagte Gericke, während er sich Blut abnehmen ließ. Bammel vor dem Pikser hatte er nicht. Schließlich war es bereits seine 24. Spende. Beim nächsten Mal gibt es ein Geschenk vom DRK. Nur müde war der Bäckermeister.
Seit Mitternacht war der Belziger auf den Beinen, zuerst in der Bäckerei aktiv, dann beim Vorbereiten in der Baur-Halle. Nachdem der Beutel gefüllt war, schaute er noch nach seinen Handballerinnen, die sich um das Frühstück für alle Spender kümmerten.
„Solche Menschen machen ein Projekt wie dieses erst möglich“, sagte Hans-Uwe Daenzer vom Blutspende-Institut in Potsdam. Gemeinsam mit 15 Mitarbeitern vom Deutschen Roten Kreuz war er am Sonnabend für den reibungslosen Ablauf verantwortlich.
Dass in diesem Jahr weniger Spender als bei der Premiere vor zwölf Monaten kamen, muss sich das DRK wohl ankreiden lassen. Damals kam das Team nämlich nur mit halber Besatzung. Das Resultat waren Wartezeiten von bis zu vier Stunden. „Da sind Leute umgedreht und nicht wiedergekommen“, sagte Lutz Pauksch, der auch im vorigen Jahr zu den Spendern gehörte.
Zu den Erstspendern gehörten in diesem Jahr Mitorganisator Peter Lomb und Familie Franz. Lomb war 2008 genau zur richtigen Zeit verreist. „Dieses Mal habe ich leider keine Ausrede“, sagte er grinsend auf dem Weg zur Albert-Baur-Halle.
Katrin und Ronald Franz konnten sich am Sonnabend ebenfalls zum ersten Mal überwinden. Töchterchen Anna nahmen sie geich mit. Die ist mit ihren zwei Jahren zwar viel zu jung, um Blut zu spenden, sie fühlte sich aber sichtlich wohl zwischen all den Liegen, Ärzten, Schwestern und Spendern. Die Erstspender-Aufkleber pappte sie sich stolz auf die Brust. „Schlimm war’s nicht“, erzählte der aktive Tischtennisspieler Ronald Franz, „anfangs hatte ich ein bisschen Bammel, aber ich bin überrascht, wie harmlos das ist.“
Auf Menschen wie Familie Franz hat es das DRK abgesehen, wenn es sich auf den Weg nach Belzig macht. „Wenn der Sportverein seine Mitglieder anspricht, wirkt das mehr als unsere Anzeigen und Flugblätter“, so Hans-Uwe Daenzer. „Wer einmal dabei war, kommt meistens wieder. Andere Städte sollten sich ein Beispiel an Belzig nehmen.“